Säuregehalt von Olivenöl – alles Wichtige auf einen Blick

Säuregehalt von Olivenöl – alles Wichtige auf einen Blick

Inhalt des Blogbeitrags:

Säuregrad und Säuregehalt von Olivenöl? Da wissen doch sicher die meisten von Ihnen überhaupt nicht was das ist und das ist auch kein Wunder und überhaupt nicht schlimm. Warum? Weil wir Sie hier über das Wichtigste aufklären: Was ist der Säuregehalt von Olivenöl, welchen Unterschied gibt es zwischen Säuregrad und Säuregehalt und was sagen diese über die Qualität von Olivenöl aus?

Säuregehalt von Olivenöl – was sagt der aus?

Der Säuregehalt im Olivenöl gibt Auskunft über den Grad der Zersetzung von Fettsäuren in freie Fettsäuren. Ein niedriger Säuregehalt deutet auf eine bessere Qualität und frische Oliven hin, während ein hoher Säuregehalt auf ungünstige Ernte-, Verarbeitungs- oder Lagerungsbedingungen hindeuten kann.
Olivenöl besteht hauptsächlich aus Triglyceriden, die etwa 95-98% seiner Zusammensetzung ausmachen. Diese Triglyceride sind nicht nur charakteristisch für Olivenöl, sondern auch für andere Pflanzenöle und natürliche Fette. Sie setzen sich aus drei Fettsäuremolekülen zusammen, die mit einem Glycerin-Molekül verbunden sind.Während die Oliven reifen, können die Triglyceride in ihre Einzelbestandteile zerfallen. Die Fettsäuremoleküle lösen sich vom Glycerin ab und werden "freie Fettsäuren". Der Gehalt an solchen "freien Fettsäuren" wird durch die Säuregehaltanalyse ermittelt.

Wichtig zu wissen: Was steht auf dem Etikett?

Auf einem Olivenöl-Etikett steht meistens der Säuregrad. Daher macht es Sinn Ihnen im nächsten Schritt den Unterschied zwischen Säuregrad und Säuregehalt zu erklären.

Unterschied von Säuregrad und Säuregehalt von Olivenöl

Der Säuregrad und der Säuregehalt von Olivenöl meinen eigentlich dasselbe. Sie werden teilweise synonym bzw. gleichwertig genutzt, aber manchmal auch unterschiedlich angegeben:

Säuregrad von Olivenöl

Der Säuregrad bezieht sich auf den Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl. Es wird in Prozent ausgedrückt und ist ein Indikator für die Qualität des Öls. Niedriger Säuregehalt zeigt eine höhere Qualität an und bedeutet, dass das Olivenöl von besseren Oliven gepresst wurde und weniger Verunreinigungen enthält. Hochwertige Olivenöle haben in der Regel einen Säuregrad von weniger als 0,8 %.

Säuregehalt von Olivenöl

Der Säuregehalt bezieht sich ebenfalls auf den Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl. Der einzige Unterschied zum Säuregrad ist, dass der Säuregehalt oft in Gramm pro 100 Gramm (g/100g) angegeben wird.

Hier ist eine tabellarische Übersicht, die den Unterschied zwischen Säuregrad und Säuregehalt bei Olivenöl verdeutlicht:

 

 Kriterium Säuregrad Säuregehalt
Definition Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl (in Prozent) Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl (in Gramm pro 100 Gramm)
Messungseinheit Prozent (%) Gramm pro 100 Gramm (g/100g)
Bedeutung Qualität und Frische des Olivenöls Qualität und Frische des Olivenöls
Niedriger Wert Niedriger Säuregrad zeigt höhere Qualität an Niedriger Säuregehalt zeigt höhere Qualität an

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Säuregrad und Säuregehalt beide den Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl beschreiben, jedoch in unterschiedlichen Einheiten. Ein niedriger Säuregrad oder Säuregehalt ist in der Regel ein Indikator für ein hochwertiges und frisches Olivenöl, insbesondere beim natives Olivenöl extra, das als die beste Qualitätsstufe gilt. Doch was führt überhaupt zu einem Ansteigen des Säuregehalts von Olivenöl?

Olivenöl Säuregehalt

Säurebildende Prozesse – wodurch entsteht ein hoher Säuregehalt von Olivenöl?

  1. Ungeeignete Erntezeit: Wenn die Oliven zu spät in der Saison geerntet werden, kann dies zu einem höheren Säuregehalt führen. Reife Oliven haben tendenziell einen niedrigeren Säuregehalt, während überreife oder verfaulte Oliven einen höheren Säuregehalt aufweisen können.
  2. Lange Lagerung vor der Verarbeitung: Wenn die geernteten Oliven längere Zeit gelagert werden, bevor sie verarbeitet werden, können sie oxidieren und abbauen, was zu einem Anstieg des Säuregehalts führen kann.
  3. Ungeeignete Verarbeitung: Wenn die Oliven nicht sofort nach der Ernte verarbeitet werden oder wenn bei der Verarbeitung unsaubere Geräte oder unzureichende hygienische Bedingungen verwendet werden, können Verunreinigungen und Mikroorganismen die Oliven angreifen und den Säuregehalt erhöhen.
  4. Fehlerhafte Verarbeitungstemperaturen: Während der Extraktion des Öls aus den Oliven kann eine zu hohe Temperatur dazu führen, dass die Olivenpaste oxidiert und der Säuregehalt ansteigt.
  5. Mangelnde Sorgfalt bei der Lagerung: Unsachgemäße Lagerbedingungen können dazu führen, dass das Olivenöl schneller oxidieren und ranzig werden kann, was zu einem höheren Säuregehalt führen kann.
  6. Fehlerhafte Lagerbehälter: Wenn das Olivenöl in Behältern aus bestimmten Materialien gelagert wird, die mit dem Öl reagieren können, kann dies zu chemischen Reaktionen führen, die den Säuregehalt erhöhen.
  7. Ungenügende Hygienepraktiken: Wenn die Verarbeitungsumgebung oder die Geräte nicht ordnungsgemäß gereinigt werden, können Verunreinigungen in das Öl gelangen und die Säurebildung fördern.

Welchen Säuregehalt sollte Olivenöl haben?

Zunächst eine Faustregel: Je niedriger der Säuregrad bzw. der Säuregehalt eines Olivenöls ist, desto hochwertiger ist dieses Olivenöl in der Regel.

Aber Achtung: Nicht in jedem Fall bedeutet niedriger besser, denn beispielsweise ein Säuregehalt von 0 ist praktisch nur durch den Einsatz chemischer Prozesse möglich. Sehr gute Olivenöle haben meist einen mittleren Säuregehalt zwischen 0,2 und 0,6 und nicht weniger. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Säuregehalt allein nicht das einzige Kriterium ist, das die Qualität eines Olivenöls bestimmt. Es gibt auch andere Faktoren wie die Herkunft der Oliven, die Art der Verarbeitung und die Lagerung, die ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Ein niedriger Säuregehalt ist jedoch oft ein gutes Zeichen für ein hochwertiges Olivenöl. Doch welchen Säuregehalt sollten natives Olivenöl extra und natives Olivenöl mindestens haben, um ihrer Qualitätsstufe gerecht zu werden?

Säuregehalt Natives Olivenöl extra

Natives Olivenöl extra, das als die beste Qualitätsstufe gilt, hat in der Regel einen Säuregehalt von weniger als 0,8 % (g/100g). Diese Öle werden durch mechanische Verfahren kaltgepresst aus den Oliven gewonnen und weisen den natürlichen Geschmack und die gesundheitlichen Vorteile der Oliven auf.

Säuregehalt Natives Olivenöl

Für Olivenöl der Qualitätsstufe "Natives Olivenöl" liegt der Säuregehalt etwas höher, normalerweise zwischen 0,8 % und 2,0 % (g/100g). Dieses Öl hat ebenfalls eine gute Qualität, jedoch ist es nicht so fein im Geschmack und hochwertig wie natives Olivenöl extra.

Säuregehalt von Olivenöl – Tabelle für einen besser Überblick

 Qualitätsstufe Säuregehalt (g/100g) Beschreibung
Natives Olivenöl extra < 0.8 Höchste Qualitätsstufe, nativ gepresst
Natives Olivenöl < 2.0 Gute Qualität, nativ gepresst
Raffiniertes Olivenöl < 0.3
Wichtig zu beachten: Der Säuregehalt ist hier zwar gering, was theoretisch für Qualität spricht, dennoch hat dieses Öl eine niedrigere Qualität als natives Olivenöl extra und natives Olivenöl, denn Säuregehalt ist nur ein Indikator für Qualität neben weiteren wie Geschmack, gesunde Inhaltsstoffe und Co.
Raffiniertes Öl, Zusatz von nativem Öl möglich

 

Unsere Empfehlung: Es ist wichtig, darauf zu achten, dass Olivenöle mit einem höheren Säuregehalt möglicherweise rauer im Geschmack und weniger gesundheitlich vorteilhaft sind und nicht die gleichen positiven Eigenschaften wie hochwertige kaltgepresste Olivenöle aufweisen. Daher ist es ratsam, Olivenöle mit einem niedrigeren Säuregehalt zu bevorzugen, um die beste Qualität und den besten Geschmack zu erhalten.

Was bedeutet 0.2 Säuregrad bei Olivenöl?

"0.2" bei Olivenöl bezieht sich auf den Gehalt an freien Fettsäuren im Öl und wird in Prozent ausgedrückt – wie wir gerade gelernt hatten also als Säuregrad, der ein wichtiger Indikator für die Qualität des Olivenöls ist.
Ein Säuregrad von "0.2 %" bedeutet, dass das Olivenöl einen sehr niedrigen Säuregehalt hat. In der Regel wird ein Säuregrad von weniger als 0,8 % als hochwertig eingestuft und deutet auf natives Olivenöl extra hin. Ein Wert von "0.2 %" zeigt also an, dass es sich um ein sehr hochwertiges, kaltgepresstes natives Olivenöl extra handelt.

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Es ist wichtig zu beachten, dass der Säuregrad direkt mit der Qualität des Olivenöls zusammenhängt. Ein niedriger Säuregrad zeigt an, dass das Olivenöl aus hochwertigen Oliven hergestellt wurde und vor allem wenig säurebildende Prozesse während der Reifung, Ernte, Verarbeitung oder Lagerung stattgefunden haben. Solche Olivenöle bieten nicht nur einen besseren Geschmack, sondern auch eine höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Verbindungen, weshalb sie oft bevorzugt werden.

Niedriger Säuregehalt bei Olivenöl – Wichtige Fakten auf einen Blick

  1. Geschmack und Aroma: Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt ist oft geschmacklich intensiver und aromatischer häufig entsteht eine gewisse Schärfe. Es behält die natürlichen Aromen und Fruchtnoten der Oliven besser bei.
  2. Qualität und Herstellung: Ein niedriger Säuregehalt zeigt an, dass das Olivenöl aus hochwertigen Oliven hergestellt wurde und sorgfältig verarbeitet wurde. Das bedeutet, dass die Oliven frisch und von guter Qualität waren und dass das Öl schonend und unter optimalen Bedingungen hergestellt wurde.
  3. Gesundheitsvorteile: Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt enthält in der Regel eine höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Verbindungen wie Antioxidantien und einfach ungesättigten Fettsäuren. Diese Verbindungen sind gut für das Herz-Kreislauf-System und haben auch andere positive Auswirkungen auf die Gesundheit.
  4. Vielseitigkeit: Olivenöl mit niedrigem Säuregehalt ist vielseitig einsetzbar. Es eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Salaten, Dressings und kalten Gerichten, aber auch zum Braten und Kochen bei niedrigen bis mittleren Temperaturen. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Olivenöl zum Braten.

Bitte beachten Sie, dass die genauen Säuregehalte je nach Hersteller und Ernte variieren können. Es ist wichtig, auf das Etikett zu schauen, um den Säuregehalt eines bestimmten Olivenöls zu erfahren.

Fazit zu „Säuregehalt von Olivenöl – alles Wichtige auf einen Blick“

Der Säuregehalt dient als Indikator für die Zersetzung von Fettsäuren in freie Fettsäuren und offenbart viel über die Frische und Qualität des Olivenöls. Dabei gibt es eine Unterscheidung zwischen Säuregrad und Säuregehalt: Der Säuregrad gibt den Gehalt an freien Fettsäuren im Olivenöl in Prozent an und der Säuregehalt gibt diesen Gehalt in Gramm pro 100 Gramm an. Auf Etiketten ist in der Regel der Säuregrad angegeben.
Ein niedriger Säuregehalt steht für hochwertiges Olivenöl, während ein hoher Wert auf ungünstige Anbaubedingungen oder Verarbeitung hinweist. Zu beachten ist jedoch, dass der Säuregehalt nur ein Indikator neben weiteren Faktoren für die Qualität von Olivenöl, wie beispielsweise Olivensorte, Ernte, Verarbeitung und Lagerung, ist.


Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf von Olivenöl auf den Säuregrad, denn er deutet auf hohe Qualität hin und eine sorgfältige Verarbeitung der hochwertigen Oliven.

 

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